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Gedanken zum Nähen, Bloggen und der Inspiration

Anlass für mein Posting ist eigentlich diese Liste:

Ein Aufstellung aller vorhandenen Sachen für unsere No. 3 bzw. eine Liste dessen was noch so fehlt. Ich habe ja immer gedacht, wenn ich noch mal schwanger werde, dann nähe ich unglaublich viel für das Baby selbst (denn das finde ich immer sehr toll bei anderen)….leider wurde mir nun bewusst, dass das gar nicht so nötig ist, wie ich das dachte 🙂 (aber natürlich muss es noch die ein oder andere Winzigkeit hier in den nächsten Wochen zu bewundern geben!) Zumal ich die Größenverhältnisse und Wachstumskurven kleiner Babies völlig vergessen habe, die „Erstausstattung“ ist eher eine „Erstjahrausstattung“.

Es ging also ein wenig um das Nähen an sich, das selber machen, das Tempo und meine bisherigen Erfahrungen.

Immer wieder gibt es hier Phasen, in denen ich nichts blogge = ich auch nichts nähe, aus welchen Gründen auch immer. Leider fühle ich mich manchmal auch ein bisschen „verpflichtet“ etwas zu schreiben, das ist eigentlich total doof. Aber ich gebe zu, das ich mich natürlich auch immer über Kommentare freue und irgendwie besteht doch ein Zusammenhang zwischen regelmäßigem Schreiben, bei anderen Mitlesen und Dinge ausprobieren. Das kann ganz schön anstrengend sein, zumal mit jedem Blog bei dem ich mitlese neue Inspirationen und Ideen entstehen, die ich dann unbedingt ausprobieren will. Die Liste dieser Dinge ist mittlerweile verdammt lang, zu lang. Es fällt mir immer noch schwer zu filtern, was wirklich etwas „sein“ könnte und was ich nun wirklich nicht getan haben muss. Bodies selbst nähen zum Beispiel ist sowas 🙂

Auch einen eigenen Stil finden, fällt manchmal ganz schön schwer. Man sieht dies, man sieht jenes und dann denke ich, ach das könnte ich doch auch mal nähen. Ungeachtet dessen, das ich 50er-Jahre-Kleider nie anziehen würde, sondern sie einfach nur hübsch finde. Eine Erkenntnis, die nun dank Unförmigsein schön reifen kann. Ich würde liebend gern mehr für mich nähen, aber die Wahrheit ist, ich ziehe praktisch nichts von den Sachen an, die ich bislang für mich genäht habe (einige Ebooks liegen sogar abgespeichert da und sind nicht mal ausgedruckt), was jetzt ja auch nicht soooo viel ist. Am Ende gefällt es mir dann doch nicht oder passt nicht oder oder oder oder… Heißt also in Zukunft der Kinderkleidung treu bleiben und für mich gibt es den schönen Anblick. Ausnahmen sind Taschen, die gehen immer 🙂

Außerdem die Blogmitleseliste wieder etwas sichten (da fällt mir ein, die Blognachbarn müssen auch mal wieder aktualisiert werden), momentan stehen da bestimmt 60 Blogs, die ich natürlich nicht alle genau lese und kommentiere, aber die auftauchen und den Blick auf das Wesentliche verstellen. Denn eigentlich weiß ich ja was ich mag und was nicht. Aber auch das hat seine Zeit gebraucht.

Wenn ich es zusammenfassen müsste, würde ich sagen, ich mag es schlicht, klar und ohne viele Schnörkel. Ich kombiniere gern Musterstoffe mit einem sehr einfachen Schnitt ohne zusätzliches Getüddel. Rüschen, Webbänder, zehntausend Knöpfe und Reißverschlüsse sind für mich überflüssig. Oder ich nehme einfache Stoffe (maximal gepunktet oder gestreift), dann darf es auch mal eine Tasche mehr sein. Beides zusammen wird hier kaum zu finden sein und eigentlich schrecken mich auch Blogs ab, bei denen ich direkt einen Farbschock bekomme 🙂

Was gibt es sonst noch für Erkenntnisse nach drei Jahren nähen?

Rollschneider sind wohl nichts für mich, mit einer wirklich gescheiten Schere geht es auch ganz fix. Aber so ist das eben, wenn man dauernd (bei anderen) davon liest, man will es auch mal probieren. Das ist wie mit den Kamsnaps, eine sehr kurze Freundschaft, die sich wohl in dem Moment auflöst, in dem hier Nachschub für Metalldrücker eintrifft.

Die berühmt-berüchtigte Ottobre. Als Nähanfängerin kommt man ja nicht vorbei an dieser Zeitschrift und auch ich habe einige wenige Sachen nach dieser Zeitschrift genäht. Allerdings kann ich jetzt sagen, dass ich Ebooks eindeutig bevorzuge. Die sind in der Regel deutlich besser geschrieben und die Auswahl ist natürlich treffgenauer. Auf der Suche nach Nähinspiration habe ich bestimmt 15 Ottobres durchforstet und ganz ehrlich, das was hier markiert ist (6 Klebezettelchen) ist das was davon übrig geblieben ist. Und dabei hatte ich ein klares Thema, nämlich Babykleidung. Da investiere ich mittlerweile lieber in ein gutes Ebook, bei dem dann auch die Passform stimmt.

Zuletzt zum Stoff…angefangen habe ich ja mit Baumwollstoffen und Schnitten, die sehr aufwändig waren (da versäubern, dort verstärken und bitte schön dreimal bügeln) und mich lange nicht an Jersey getraut. Ich mag immer noch Baumwollstoffe, vor allem die amerikanischen Designer. Aber aus Vernunftgründen wandern diese nur noch begrenzt in die Sammlung, denn letztlich widersprechen sie dem Prinzip der Schlichtheit doch sehr. Auch die Suche nach „vermeintlichen“ Schnäppchen habe ich mittlerweile eingestellt, auch wenn ich mich natürlich über Rabatte bei Dawanda & Co. oder den jährlichen Stoffmarktbesuch freue. Aber im Alltag hat es sich doch gezeigt, dass es sich nicht lohnt an den Grundmaterialien zu sparen. Ein ordentlicher Jersey lässt sich einfach besser vernähen, was ja eigentlich schon allein als Argument gelten kann.

Nun bin ich eine Mischnäherin, ich nähe immer noch gern Baumwollsachen, aber dann eher Taschen, Decken oder Kissenhüllen.

 

(Stoffvorrat für No. 3…ja es wird hier doch etwas bunt(er) :))

Was ich nun also sagen will: ich mag mich nicht stressen lassen, zuviel Inspiration kann auch eine Überinspiration sein und ich freue mich wirklich über jeden Kommentar 😀

In diesem Sinne geht es hier langsam weiter Richtung Frühling!

3 Kommentare

  1. Ich kann Deine Gedanken sehr gut nachvollziehen, v.a. das mit der Ueberinterpretation, manchmal denke ich, ich sollte mal ein paar Monate das Internet abdrehen und erst mal alle Ideen abarbeiten….
    LG, Steffi

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  2. Ja, da erkenne ich so einige Gedanken auch wieder. 🙂 Mit Papierschnitten tue ich mich unglaublich schwer – eBooks sind da sooo viel praktischer! Und so eine to-sew-Liste arbeite ich auch gerade für Baby Nr. 1 ab 🙂
    Viele Grüße
    Mara Zeitspieler

    Antworten

  3. Liebe Fränzi,

    Du sprichst mir aus der Seele. Ganz viele Deiner Gedanken kenne ich. Zum Beispiel das für-mich-selber-nähen. Ich trage (abgesehen von Schals) nichts davon. Ich schiebe das immer auf meine unförmige Figur und meine mangelnden Kenntnisse in Passform-anpassen. Bei Kindern ist das so viel einfacher! Und mit der Ottobre habe ich genau dieselben Erfahrungen gemacht.

    Was das Überangebot des Internets angeht: Mich inspirieren andere eher. Ich bin eher frustriert weil ich es unmöglich schaffen kann all das umzusetzen was da noch in meinem Kopf rumschwirrt. Ich finde ein Nähstil entwickelt sich. So ein paar Aussetzer nach links und rechts müssen aber auch sein. Bei mir sind das Rosenstoffe, die ja eigentlich so gar nicht in mein Schema passen. Und wenig Gedöhns – da bin ich wieder ganz bei Dir.

    Alles Liebe Barbara

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