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Gelesen im Februar und März 2015

Im Februar habe ich es nicht mal geschafft die Leseliste zu erstellen, deshalb kommt sie jetzt, obwohl hier schon wieder ein Familienlazarett ist…

Nach der vergleichsweise schweren Kost im Januar, habe ich mir bewusst etwas Trivialliteratur gesucht, aber mit „Ein Garten im Winter“ von Kristin Hannah bin ich direkt wieder in die russische Geschichte und die Schwere der Belagerung von Leningrad getaucht. Als noch unter Hormonen stehende Mutter nicht so leicht zu verdauen auch wenn es eine Reihe kleinerer typischer Romanhappyends gibt.

Nick Hornby habe ich schon immer gern gelesen, seine „Miss Blackpool“ war ein sehr kurzweiliger und unterhaltsamer Ausflug in die Fernsehcomedyanfänge im Großbritannien der 60er Jahre. Ich habe absolut nichts darüber gewusst und habe mich amüsant informiert gefühlt.

Ein weiterer von mir sehr geliebter englischer Schriftsteller fand seinen Weg in meine Leseliste. Ian MacEwan mit „Kindeswohl“, ein Roman in dem es um eine Richterin am Familiengericht geht, die eine Entscheidung von sehr weitgehender Tragweite trifft, die ihr eigenes Leben sehr beeinflusst. Parallel dazu wird ihr Privatleben stellvertretend als das Leben einer Frau in den Endfünfzigern geschildert…ein bisschen deprimierend, aber durchaus nicht unrealistisch.

Mit „Tage wie Salz und Zucker“ von Shari Shattuck ist mir ein unerwartetes Buchschätzchen untergekommen…die Geschichte hat mich sehr berührt, es geht um eine Freundschaft zwischen ungewöhnlichen Menschen (eine blinde Frau, eine „unsichtbare“ Frau), die es nicht immer leicht hatten und sich auf fast slapstickartige Weise in das Leben ihrer Umwelt einmischen. Natürlich immer nur mit den besten Hintergedanken.

Robert Seethalers „Ein ganzes Leben“ ist ein sehr übersichtliches Buch, nur wenige Seiten braucht er um die Lebensgeschichte eines echten Alpenbewohners darzustellen. Dabei schafft er es sehr viel Sympathie für diesen doch sehr einsamen Mann zu schaffen und ruft uns ins Gedächtnis, dass Natur erleben in den Alpen noch gar nicht so lange für jedermann möglich war und eine ganze Generation tapferer Männer dies erst möglich gemacht hat.

„Das Haus der vergessenen Bücher“ von Christopher Morley hätte grundsätzlich ein gutes Buch werden können. Allerdings werden so viele Zitate, Anspielungen auf Autoren, Namen von Büchern, Geschehnissen usw. in die eigentliche Geschichte eingebaut, dass es einfach nicht besonders viel Spaß macht in den Untiefen dieses „Literaturlexikons“ danach zu suchen. Ich kam mir nicht unterhalten, sondern vielmehr belehrt vor, deshalb von mir leider keine Leseempfehlung, es sei denn, man sucht genau sowas.

Cecilia Ahern hat auch mal wieder ein Buch geschrieben „Das Jahr in dem ich dich traf“. Man wird direkt in die Geschichte reingeworfen, in der die plötzlich freigestellte Protagonistin (für ein Jahr) erstmal nicht viel mehr weiß, als das Leben anderer zu beobachten und in der Sie-Form darüber zu berichten. Natürlich bleibt es nicht beim beobachten, das Leben der anderen packt auch sie und nach einem Jahr ist sowieso alles besser, schöner, glücklicher als sie es je gedacht hätte… Ich finde das gehört sich auch so für einen „Ahern“ 😉

Dave Eggers „Der Circle“ ist fast schon gruselig, da es uns eine nicht ganz unvorstellbare Version einer Gesellschaft zeigt, in der ein Konzern „Der Circle“ durch vielfältige Online-Social Media – Dokumentiert – Produkte praktisch alles überwachen kann. Was sich anfänglich als recht normal liest, wird im Verlauf der Geschichte, die sich um eine neue Mitarbeiterin in dieser Firma und deren Werdegang dreht, auf sehr ungesunde Weise absurd und erschreckend. Gut zu lesen und auf jeden Fall ein Anlass, das eigene – sorglose – Onlineverhalten mal zu überdenken.

Und noch ein Brite hat es auf meine Leseliste geschafft: David Nicholls mit „Drei auf Reisen“. Die Geschichte ist kurz erzählt, sie sagt nach vielen Jahren Ehe sie will sich trennen, er möchte das nicht, die lang geplante Europareise mit dem einzigen Sohn findet dennoch statt. Er erhofft sich davon etwas anderes als sie. Dennoch ist das Buch nicht langweilig, es sind kleine menschliche Dramen die hier einfühlsam geschildert werden, so dass man es immer nachvollziehen kann…die Sympathien schwanken dabei stetig, mal möchte man ihm zurufen „Vergiss es“, mal denkt man „Ich versteh dich. Schon mühsam der Mann.“ Das Ende ist nicht vorhersehbar, wenn auch nicht die riesige Überraschung, einfach auch ein Ende aus dem Leben gegriffen.

Jojo Moyes „Ein Bild von dir“ ist ein Roman, der von Kunst erzählt, von Krieg und starken Frauen. Am Ende fügt sich alles und es bleibt der Eindruck eines klassischen „unter-die-Decke-kuschel-Schmökers“.

Zuletzt las ich noch „Morgen kommt ein neues Himmel“ von Lori Nelson Spielman, ein berührender Roman über eine Frau, die eine alte Liste mit Lebenszielen nach dem Tod ihrer Mutter erbt. Jetzt könnte man denken: schon tausendmal gelesen in den letzten Jahren das Thema (Verstorbener mischt sich posthum in das Leben der Liebsten ein durch Briefe/Kassetten oder sonstige Dinge). Aber ich fand das Buch sehr schön geschrieben und ganz und gar nicht so klischeehaft wie es klingt.

Und habt ihr was gemerkt? Keine Endzeittrilogie dabei, kein Thriller, kein Krimi 😉 da besteht Nachholbedarf!

2 Kommentare

  1. Hilfe…ich komme seit MONATEN nicht dazu ein einziges Buch zu Ende zu lesen. Ich meine nicht, den Kindern vorzulesen, sondern für mich selber lesen…ich bin beeindruckt…wann genau liest Du das alles?

    Liebe Grüße
    Nunu

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    • Abends…lesen vor dem Schlafen muss sein, egal wie müde ich bin 🙂 Neuerdings muss allerdings auch der Mittagsschlaf begleitet werden, wehe ich bewege mich einen cm weg…da lese ich dann auch ganz gern.

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