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Wickeln in schön – Das Material

Wie schon erwähnt, wollte ich ja noch ein wenig mehr zum Material schreiben, welches man braucht, um Stoffwindeln selbst zu nähen.

Heute geht es vor allem um die Einlagen, bei praktisch jedem Windelsystem braucht man extra Einlagen, die je nach Bedarf in Menge und Qualität angepasst werden. Standardmäßg verwenden wir nun Frotteeeinlagen, damit kommen wir ganz gut hin.

Soll die Saugfähigkeit aber erhöht werden, sind sogenannte Booster nötig, um z.B. die Nacht zu überbrücken. Die Booster bestehen aus Zorb, einem extrem saugfähigem extra entwickeltem Material, welches für Windeln, Stilleinlagen, Slipeinlagen etc. genutzt werden kann. Nachteil an diesem ursprünglichem Zorb ist, das es nicht direkt an der Haut liegen sollte und noch einmal mit einer extra Schicht ummantelt werden muss.

Deshalb existiert seit 3-4 Jahren das Zorb II (in der Diamond und Dimpleform), welches bereits extra ummantelt ist und ausdrücklich so verwendet werden kann und darf. Übrigens als Service: es ist schon vorgewaschen und kann direkt verarbeitet werden.

Ich habe mich für das Zorb Diamond entschieden, aus dem einfachen Grund, dass alle anderen Zorbs ausverkauft waren.

Überhaupt ist es nicht so ganz einfach an alle benötigten Windelmaterialien zu kommen, es gibt in Deutschland leider nur wenige Shops, beispielhaft sei aber genannt:

Maleja Manufaktur

Blumenkinder

und

1-3.de

Zorb II selbst gibt es aber z.B. nur beim ersten Link für 25€ pro Meter.

Deshalb bin ich ins Ausland ausgewichen, vor allem im englischsprachigem Raum scheint „Diaper sewing“ sehr verbreitet zu sein und es gibt dutzende Seiten. Bei der „Mutter aller Windelonlineshops“ gibt es wirklich absolut alles was das Herz begehrt. Aber auch wenn ich wirklich gern diesen Stoff hätte, eine weitere Überseebestellung wollte ich nun doch nicht.

Deshalb habe ich mich doch für Großbritannien entschieden, wobei Frankreich und Finnland auch den Bedarf decken.

Der Stoff kam nun an und ich war ehrlich gesagt etwas ratlos, welche Seite ich nun nach außen packen sollte.

zorb1

Bei der gekauften Zorbeinlage war ein sehr weicher jerseyartiger Stoff außen, beim Zorb II gibt es eine sehr glatte und weiche – fast seidenartige – Oberfläche und ebenfalls eine jerseyartige Oberfläche.

Demnach hätte ich zuerst vermutet, dass die jerseyartige Struktur nach außen kommt. Aber ein Wassertest brachte Klarheit:

zorb3 zorb2

Während die glatte Oberfläche wirklich blitzschnell große Mengen Wasser aufsaugt, bleibt es auf der anderen Seite stehen und wird nur seeeeeehr seeeeehr langsam aufgenommen.

Mit der Overlock waren dann übrigens ganz fix 12 doppelllagige Einlagen genäht für umgerechnet 24€. Ihr seht schon, selber nähen lohnt sich bei diesem Thema auf jeden Fall.

zorb

Hier sehr ihr noch die gekaufte Einlage im Dimplezorbmuster. Das Wellen nach dem Waschen ist ganz normal, das gibt sich nach dem Einlegen dann auch wieder.

Neben den Frottee- und Zorbeinlagen gibt es auch noch eine Vielzahl an Bambus- und Hanfeinlagen, die ich aber mal ganz schnell unterschlage, weil ich sie zum Einen als nicht so sauagfähig empfinde und sie zum Anderen einer speziellen Pflege bedürfen (enzymfreies Waschmittel und so…), für mich also nicht alltagstauglich sind. Das ist aber natürlich meine persönliche Meinung und ökologischer wäre es sicher allemal nachwachsende Rohstoffe zu verwenden.

Soviel für heute, ihr merkt, die Serie macht mir Spaß. Demnächst gibt es dann etwas zum geheimnisvollen PUL zu lesen und dann zeige ich euch noch ein paar genähte Windeln 🙂

15 Kommentare

  1. Oh, das ist wirklich spannend! Von diesem Material habe ich bisher noch nie gehört… scheint eine Wissenschaft für sich zu sein 🙂
    Viele Grüße
    von
    Mara Zeitspieler

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  2. hach mit etwas wehmut lese ich gerade deine Windelbeiträge! bei den zwillingen haben wir das mit den Stoffwindeln nicht durchgehalten. Es gab da viele Gründe (zb. das ich verschiedenen Windeln hätte haben müssen weil der eine so ein Spargeltarzan ist) aber wohl auch weil ich es nciht mehr ganz so wichtig empfand. Glücklicherweise hatten wir eine Kita, die Stoffwindeln verwendete, aber leider nicht aus so tollem Material wie du es hier vorstellst.
    Toll und sehr lehrreich. Werde ich gleich an noch werdende Mütter weitergeben!
    Gruß, R

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  3. Du bist offenbar die einzige im deutschsprachigen Internet, die Saugeinlagen aus Zorb selber näht 🙂 Deshalb hier meine Frage (aus kompletter Anfängersicht): Wie hast du das denn genau genäht? 2 Lagen Stoff übereinander und dann mit Saumband?
    Und noch ein Hinweis: Von den verlinkten Online-Shops scheint nur noch 1bis3 Zorb als Meterware zu verkaufen. Und bei der Stoffwindelei habe ich es gefunden. Die anderen – auch die ausländischen – scheinen das Material aus dem Sortiment genommen zu haben (warum nur??).

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    • Hallo du,
      wollte dir schon gestern antworten, aber hatte es verpeilt.
      Also ja, ich habe zwei Lage übereinander gelegt, jeweils die glänzende Seite nach außen und dann umkettelt (neudeutsch: overlocked) 🙂 Das geht damit ganz leicht. Saumband würde ich nicht nehmen, das zieht dann doch allen möglichen Kram rein und lässt sich eventuell nicht rückstandslos waschen.
      Warum Zorb bei einigen aus dem Sortiment genommen ist, weiß ich nicht. Ich bevorzuge es nach wie vor als Einlage.
      Bei Luckybum im Shop gibt es auch noch Meterware und selbstgenähte Einlagen…https://luckybum.de/store/index.php?route=product/product&path=65&product_id=69

      So oder so, dir viel Erfolg!

      Fränzi

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  4. Also, in der Zwischenzeit habe ich herausgefunden, dass „Overlock“ nicht etwa ein Markenname ist, sondern das, was ich noch unter dem Begriff „Kettelmaschine“ kennengelernt habe, und dass du dank deiner Overlock natürlich kein Saumband brauchst. Wie wenig Ahnung man haben kann 😀

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  5. Toller Beitrag! Wäschst du die Einlagen mit besonderem Waschmittel?

    Wie lange brauchen sie denn zum Trocknen auf der Leine und kann man sie einfach auch tagsüber immer verwenden? Oder nimmst du sie nur nachts? Wie viele brauchst Du da pro Tag?

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  6. Liebe Fränzi,

    Dank deines Kommentars habe ich deine tollen Blogbeiträge zu dem Thema gesehen! Viele Links und Tipps hast du da gesammelt. Die Artikel würde ich gerne verlinken, wenn ich darf?

    Ich hatte mir bisher nur PUL gekauft und XXL-Wetbags genäht…allein das fand ich schon sehr anstrengend. Abgesehen davon, musste ich sie nach einem halben Jahr entsorgen, weil der Geruch so gar nicht mehr rausging. Falsches Garn wahrscheinlich.

    Beim Windelwissen-Blog gab es mal einen Artikel zum Thema und dort war auch ein DaWanda-Shop für die Materialien verlinkt: http://www.windelwissen.de/diy-stoffwindeln-selbst-naehen-anleitung/

    Aber eine Überhosen will ich diese Jahr auf jeden Fall noch nähen. Hast du das schon mal probiert?

    Ich freue mich schon Stefanie von der Windelmanufaktur bald persönlich kennenlernen zu dürfen (Praxistag in Berlin)…eure Punkte-Windel ist sooo schick.

    Liebe Grüße,
    Steffi

    PS: Ich engagiere mich hier auch für Mini-Deckis (bin aber nicht die Verantwortliche). Leider sind wir nur EINE Gruppe für ganz Thüringen…habe aber mittlerweile schon über 400 Decken genäht. Ganz großer Respekt, dass du das auch noch organisierst!

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    • Edit:
      so schnell kann`s gehen…ich fische noch ein „N“ aus der Buchstabensuppe. Wir habeN mittlerweile schon über 400 Decken genäht natürlich 😉

      Ich hab nur 30 zugeschnitten und 3 genäht.

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  7. Liebe Fränzi, welche Maße haben denn deine genähten Einlagen? Sind die nach dem waschen noch eingelaufen? Würdest du im Nachhinein noch etwas ändern? Danke

    Antworten

    • Ja, sie laufen etwas ein. Die Maße sind ca. 34*12cm, so passen sie perfekt in unsere gekauften Stoffwindeln 🙂 Und ja, das Zorb läuft sehr ein. Ändern würde ich nichts, die Einlagen halte und halten und halten.

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  8. Hallo Fränzi,

    Hast du beim Nähen Jersey auf Jersey zusammengenäht?

    Und reicht tagsüber auch bloß diese Einlage als Saugeinlage aus oder sollte ich noch anderes Saugmaterial verwenden?
    Liebe Grüße

    Antworten

    • Hallo Maria,
      das ist kein Jersey, sondern Zorb, ein extra saugfähiges Material. Reiner Jersey reicht denke ich nicht.
      Zorb kann tagsüber reichen, ich habe meist noch eine dünne Baumwolleinlage darüber genutzt.

      Ansonsten ja, einfach zusammen nähen 🙂

      Viele Grüße
      Fränzi

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  9. Danke für diesen tollen Beitrag, genau das was ich gesucht habe!
    Wieviel Einlagen bekomme ich denn aus einem Meter Stoff? Oder muss ich gleich mehr kaufen? LG

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