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Wickeln in schön

Als die Große auf dem Weg war, hatte ich mir eigentlich ganz fest vorgenommen, sie mit Stoff zu wickeln. Das war vor knapp 12 Jahren und es gab eigentlich nur Falt- und Bindewindeln auf dem Markt sowie wenige sehr sehr sehr teure All-in-One-Systeme (wo man praktisch direkt wie mit einer Wegwerfwindel wickelt). Ich habe also gefalten, sogar im Geburtskrankenhaus wurde das damals noch gemacht.

Aber das erste Kind, viel Chaos, keine Ahnung, keinen Plan und ich habe dann doch schnell aufgegeben, da genug andere Baustellen da waren (Stillen und so ;-)).

Bei Kind Nr. 2 haben wir es dann auch gar nicht versucht.

Und nun hat sich alles gewandelt, es gibt noch 10 Windelsysteme mehr und wir probieren es erneut.

Ich kann nur sagen, es ist wirklich total einfach mittlerweile und es gibt kaum noch etwas was dagegen spricht, wenn man nicht aus allem eine Wissenschaft macht (es gibt z.B. seitenweise Abhandlungen über das richtige Waschen, ehrlich jetzt). Man kann die Windeln auch einfach nur waschen 😉 Oder wann man welche Einlage wie benutzt….

Wir haben uns auf jeden Fall für ein System entschieden bei dem man nicht die komplette Windel in die Wäsche geben muss, sondern die Einlage durch ein wasserdichtes Gewebe (ein anderes Mal mehr davon) von der Aussenwindel abgehalten wird bzw. die Aussenwindel selbst aus diesem Gewebe ist. Minimiert den Wäscheberg und ist noch schonender.

Und da die Anschaffung doch sehr kostenintensiv ist, kam in mir natürlich gleich der Gedanke des Selbernähens auf. Von Stoffwindeln zu Nähen ist das auch kein weiter Weg 😉

Ich habe mir das Schnittmuster „La-Di-Da-Diapers“ zugelegt, ein bisschen Vorarbeit wollte ich doch jemand anderes überlassen. Es gibt aber auch kostenfreie Schnittmuster im deutschsprachigen Raum, sogar die Ottobre mischt im Windelselbstnähmarkt mit.

Ich denke da muss man sich am Ende einfach durchprobieren welche Passform gut sitzt am eigenen Kind und welches System man bevorzugt.

Auf jeden Fall ist hier schon eine Probewindel entstanden:

windeln

Natürlich mit Äpfeln für das Apfelmädchen. Ich habe mich probeweise für Klettverschlüsse entschieden, allerdings ist mir das nicht so sympathisch, gerade an den Ecken ist es doch sehr starr, wobei es auch extraweiches Flauschband zu kaufen gibt. Viele Windeln arbeiten mittlerweile mit Kamsnaps, das werde ich dann wohl auch ausprobieren beim nächsten Versuch. Diesen wird es auf jeden Fall geben, denn die Windel passt leider noch nicht. Sowohl im Umfang als auch der Länge fehlt noch einiges.

Daneben habe ich noch diverse Einlagen aus Biobaumwollfrottee genäht, diese sind mir am liebsten. Im Netz schwirren dazu auch immer wieder Empfehlungen herum, dass man auch Gästehandtücher nehmen kann usw., aber ehrlich gesagt ist das nun genau der Stoff der direkt am Babypopo liegt und da möchte ich schon sehr sicher gehen was die Schadstoffreiheit angeht. Aus einem halben Meter habe ich 5 Einlagen (dreilagig) nähen können, die paar Euro kann man also ruhig investieren 🙂

Das war es für heute erstmal von der Windelfront, aber es werden noch einige Posts in den nächsten Tagen/Wochen folgen.

Ich möchte auf jeden Fall unbedingt Mut machen zum Wickeln mit Stoff, ich hatte es mir weitaus komplizierter gedacht (in schlechter Erinnerung) als es wirklich ist.

Verlinkt beim Creadienstag und Kiddikram.

9 Kommentare

  1. sehr cool 🙂
    Ich habe ja auch alle drei mit Stoff gewickelt – zeitweise zwei Wickelkinder gleichzeitig…, allein schon aus Kostengründen habe ich da dann auch selber welche genäht. Ich habe mit dem Ottobremuster angefangen und dann selber weiter experimentiert. All in one bzw. wasserdichte Außenwindeln waren aber nicht so meines – Überhosen selber stricken ist auch cool 🙂

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    • Stricken und ich, das ist ja nicht so meins. Was habt ihr denn für ein System genutzt? Höschenwindeln? Wir haben nun praktisch ein AI3-System, bei dem man die Innenwindel wechselt…das mit den wasserdichten Überhosen steht noch an, der Stoff ist auf dem Weg 🙂

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      • Ich hab alle möglichen Höschenwindeln ausprobiert, aber auch viel die normalen Bindewindeln genutzt und auch diese dicken Frotteedinger (Lenya??). Meine Favoriten waren schlussendlich die Storchenkinder-Windeln!
        AIO hab ich auch mal ausprobiert (allerdings nicht so was Nobles wie ihr mit Innenwindeln und so *g*), aber die haben bei uns nie so gut gehalten wie Windeln und separate Überhose.

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  2. Ein total spannendes Thema,
    hätten wir einen Raum zum Trocknen oder eine anständige Wäscheleine, hätte ich das auch in Erwägung gezogen. Aber wenn man die Wäsche immer in der Küche hängen hat, will man irgendwie nicht immer zwischen lauter aufgehängten Windeln sitzen 🙂
    Viele Grüße
    Mara Zeitspieler

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  3. Na, dafür dass das eine Probewindel sein soll sieht sie doch sehr gut aus 🙂 Hier wird auch mit Stoff gewickelt – schon das zweite Kind. Ich hab damals auch Einlagen und Überhosen selbstgenäht, letztere allerdings aus Wollwalk. Inzwischen bin ich aber bei PUL Überhosen gelandet, die sind für uns zumindest einfach praktischer und halten länger dicht. Zum Nähen hatte ich aber irgndwie nie so richtig Lust…
    Frohes Wickeln und liebe Grüße, Julia

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  4. Hallo!
    Ich bin gerade im Kiddikram über Deinen „Post“ gestolpert und habe ihn mit Interesse gelesen. Ich bin ganz erstaunt, was es für Möglichkeiten gibt! Hier wird im 5. Jahr das 2. kind gewickelt, und ich habe nicht eine Sekunde daran gedacht, etwas anderes als kaufwindeln zu nutzen. Aktuell haben „wir“ einen Magen-Darm-Virus überstanden *puh* und ihne ein komplettes Paket pampis hätten die letzten Tage übel ausgesehen…. Aber egal, ich schweife von Thema ab 🙂 ich bin neugierig, Wie deine Erfahrungen schlussendlich sind. Dein genähtes überhöschen sieht schnuckelig aus! Liebste Grüße, Sandra

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